Warum Wachs nicht gleich Wachs ist
Duftkerzen erfreuen sich weltweit großer Beliebtheit. Sie schenken warmes Licht, ein behagliches Ambiente und hüllen den Raum in angenehme Düfte. Allerdings unterscheiden sich die am Markt angebotenen Kerzen drastisch in ihrer Zusammensetzung und ihrer Auswirkung auf die Innenraumluft.
1. Paraffinkerzen (Synthetisches Wachs)
Über 80 % aller industriell gefertigten Kerzen bestehen aus Paraffin – einem Nebenprodukt der Mineralölraffination. Beim Verbrennen von Paraffin können flüchtige organische Verbindungen (VOC) wie Benzol und Toluol sowie feiner Ruß freigesetzt werden.
2. Sojawachs (100 % Pflanzlich)
Sojawachs wird aus dem Öl von Sojabohnen gewonnen. Es ist frei von Gentechnik, biologisch abbaubar und brennt etwa 30 bis 50 % langsamer als Paraffin, da der Schmelzpunkt niedriger liegt. Dadurch entsteht eine gleichmäßige, sanfte Duftabgabe ohne giftige Rückstände.
3. Bienenwachs (Naturprodukt)
Der älteste Kerzenrohstoff der Menschheit. Bienenwachs verströmt von Natur aus einen warmen, süßlichen Honigduft. Es brennt extrem sauber und rußfrei.
Baumwolldocht vs. Holzdocht
Neben dem Wachs spielt der Docht eine entscheidende Rolle:
- Baumwolldocht: Unbehandelte Baumwolle sorgt für ein ruhiges, gleichmäßiges Flammenbild.
- Holzdocht (Wooden Wick): Knistert beim Brennen leise wie ein Minikamin. Holzdochte benötigen etwas Pflege: Vor jedem erneuten Anzünden sollte die verbrannte Holzspitze kurz mit den Fingern abgeknipst werden.
Das Geheimnis des ersten Brennvorgangs („Memory Ring“)
Damit eine Sojawachskerze gleichmäßig abbrennt und kein Loch in der Mitte entsteht (Tunneleffekt), sollte der erste Brennvorgang mindestens so lange dauern, bis die gesamte Wachsoberfläche bis zum Glasrand flüssig geschmolzen ist (meist 2 bis 3 Stunden).